Reallabor als Methode in der Regionalentwicklung

Transformationsforschung versucht die Komplexität und Dynamik von Veränderungsprozessen zu erfassen (Energiewende, Klimaschutz, -anpassung u.a.). Dazu entwickeln sie transdisziplinäre Organisationsprinzipien einschließlich partizipativer Beteiligungsverfahren. Reallabore sind die spezifischen Forschungsinfrastrukturen die zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen wünschenswerte und mögliche Zielvisionen erarbeiten und Wege für eine nachhaltige Entwicklung austesten. Sie schließen den Zyklus transdisziplinärer Forschungsprozesse in dem sie die wissenschaftlichen Modelle mit ihrem Problemwissen konkretisieren. Damit bilden sie die Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Der Forschungsprozess besteht zunächst aus (1) dem Ko-Design (a) mit einer kollaborativen Problembeschreibung (Systemwissen), (b) gemeinsamer Beschreibung einer Zukunftsvision(en) als Referenzrahmen (Zielwissen), (c) und Szenarienentwicklung mit Ableitung von Handlungsschritten (Foresight-/Backcasting-Methoden). (2) Einzelelemente werden herausgegriffen und in „Realexperimenten“ getestet. (3) Der letzte Schritt besteht aus der Ko-Evaluation und Dissemination der Ergebnisse und des gewonnenen Transformationswissens in Wissenschaft und Praxis. Durch empirische Untersuchungen können die praktischen Befunde der Reallabore im wissenschaftlichen Diskurs qualitativ evaluiert und hinsichtlich Übertragbarkeit und Skalierbarkeit bewertet werden. Von Seiten der Praxis werden die Ergebnisse auf Basis von Werten, Erfahrungen und Akzeptanzfragen evaluiert und entsprechend der kollaborativen Gesamtbewertung können die Ansätze skaliert oder auf andere Bereiche übertragen werden.

Forschungsmethodische Ansätze in Reallaboren sind

  • Ko-Design: Selbstorganisiertes Design des Reallabors als Experimentalraum
  • Gestaltungsspielräume: Gestaltung der Rahmenbedingungen des Labors (Experimentierklauseln oder projektspezifische befristete Experimentieroptionen)
  • Transdisziplinäre Formate der Kommunikation und Übersetzung (Narrationen und Narrative)
  • Aktive Gestaltung von Beteiligungs-, Lern- und Empowerment-Prozessen aller Akteure (Citizen Science)
  • Integration von Methoden der Risikokommunikation und der Akzeptanzforschung
  • Entwicklung und Adaption von Methoden der wissenschaftlichen Qualitätssicherung
  • Bewertungsverfahren für Innovation in Reallaboren

Ansprechpartnerin

Anne Kraft

Projektleiterin